Samstag, 17. November 2007

Auftakt der Skisaison

Hallo ihr Lieben,
mal wieder ein Lebenszeichen von mir. Mir gehts hier wirklich gut, sind jetzt ja schon fast 2/3 der Zeit rum und bald fängt ja auch die Weihnachtszeit an. Mal sehen wie das hier ist.

Habe gerade beim zappen Tokio Hotel im französischen Fernsehen gesehn, und die Kiddies gehen tatsächlich genauso ab wie in Deutschland und dabei verstehen die hier doch nichtmal die deutschen Texte...

Aber nun zu meinem eigentlichen Anliegen: Schnee :)
Ich hab ja mitbekommen das in Deutschland auch schon der Winter angekommen ist, hier in Genf zwar nicht, aber das Jura hat seit einer Woche eine nette weiße Haube bekommen, wirklich super Panorama wenn man morgens zur Arbeit fährt.

Gestern hat mich Lucie dann gefragt ob ich nicht evtl. mit Skifahren kommen möchte. Da ich ja in meinem Leben schon einen ganzen Tag Ski gefahren bin waren das natürlich ideale Vorraussetzungen.

Wir sind dann heute ins Skigebiet "les Diablerets" gefahren, also schweizer Alpen, auf der anderen Seite des Genfer Sees. Hat so knapp 2 Stunden mit dem Auto gedauert, aber Alpen sind halt was anderes als Jura. Das Wetter war schonmal super und Schnee lag auch schon im Tal zur genüge. Also mit dem Lift nach oben um dann festzustellen das die Lifts für die Anfängerpisten noch nicht in Betrieb waren. Ist halt wirklich das allererste Wochenende an dem das Skigebiet geöffnet hat.

Ich hab dann erstmal auf nem kurzen Stück geübt, was auch wirklich ganz gut ging, so das wir uns dann schließlich entschieden haben die Piste runter ins Tal zu nehmen.
So ne kilometerlange Piste war dann aber wirklich zuviel für den Anfang. Es ist nämlich deutlich schwerer langsam und kontrolliert runterzukommen als schnell. Ich habe auf jeden Fall viel im Schnee gelegen ;)

Auf halber Strecke war dann ne Glühwein Hütte die wir natürlich aufgesucht haben und von da aus haben mich ein paar von den Betreibern mit dem Auto nach unten genommen. Das war auch gut so, weil das letzte Stück wohl recht vereist gewesen sein soll. Unten war es übrigens -13°C da die Sonne nicht mehr dahin kam.

Ausser ein paar blauen Flecken bin ich also unversehrt davon gekommen und es hat auf jeden Fall Spass gemacht, aber vielleicht sollte ich nochmal irgendwann nen richtigen Kurs machen.
Bis bald.

Da war noch alles wunderbar...

Und nun gehts los!

Dienstag, 6. November 2007

Wandern im Jura und in den Alpen

Hallöchen,
wie ich ja in meinem letzten Post angekündigt hatte, haben mich meine Eltern dieses Wochenende besucht, also stand natürlich ein ausgiebiges Ausflugsprogramm an :)

Überraschender Weise sind sie schon am Donnerstag Abend angekommen, dank Allerheiligen in Süddeutschland und LKW-freien Autobahnen. Am Freitag war ich dann Vormittags noch im Büro und wir haben uns am Mittag am CERN wieder getroffen um rüber nach Frankreich zu fahren und im Juragebirge zu wandern. Dafür sind wir rauf zum Col de la Faucille, einem Pass auf etwa 1300m und regelmäßig bei der Tour de France vertreten, gefahren und dann von da aus zum "le Turet" gewandert. Von dort aus kann man über die gesamte Genfer-See-Region blicken, nur leider war es unten zu nebelig und wir hatten "nur" einen fantastischen Blick auf die gegenüberliegenden Alpen. Bei der Abfahrt durften wir dann noch einen in rot getauchten Mont Blanc während des Sonnenuntergangs bewundern.

Am Samstag war dann Genf an der Reihe. Vormittags waren wir im botanischen Garten, der sicher im Sommer wesentlich interessanter gewesen wäre und danach am Platz der Nationen wo sich auch der Sitz der Vereinten Nationen befindet (neben New York, Wien und Nairobi), im ehemaligen Palast des Völkerbundes, und diverse andere internationale Organisationen. Danach ging es dann per Boot über den See und von da aus wieder Richtung Innenstadt und dort in die Altstadt zur Kathedrale und dem Rathaus. Zum Abschluss des Tages gabs dann noch Käsefondue in nem wirklich sehr netten Restaurant in der Nähe des Rathauses.

Am Sonntag ging es dann wieder nach Frankreich, allerdings diesmal auf die andere Seite von Genf aus gesehen (Genf ist im Süden, Osten und Westen von Frankreich umgeben). Es ging wieder in die Berge, aber diesmal richtig, also zum Mont Blanc. Also zuerst mit dem Auto ins 70Km entfernte Charmonix, das liegt schonmal auf 1000m Höhe und ist ein klassischer Skiort. Allerdings ist ja noch keine Saison und so war der Ort quasi ausgestorben. Das Wetter war auch nicht wirklich einladend, ziemlich nebelig und weit und breit keine Sonne zu sehen, so das wir schon daran dachten einfach wieder zurück zu fahren, aber das haben wir dann zum Glück nicht getan.

Von Charmonix aus kann man mit der Seilbahn bis zum Gipfel des Aguille du Midi (3842m) fahren, einem Nachbargipfel des Mont Blanc. Von dort aus kann man auch den Mont Blanc besteigen oder mit einer weiteren Seilbahn über den Helbronner nach Italien fahren. Wir sind aber nur bis zur Mittelstation auf 2300m gefahren, weil uns der Preis von 47€ pro Person nur für eine Aussichtsplattform und ein wahrscheinlich ebenfalls viel zu teureres Restaurant abgeschreckt hat.

Immer noch skeptisch wegen des Wetters sind wir also in die Seilbahn gestiegen und bei etwa 1500m haben wir dann den Nebel verlassen und wir hatten strahlenden Sonnenschein. Wirklich toll wenn man so plötzlich die ganzen Schneebedeckten Gipfel rund um sich herum sieht. An der Mittelstation angekommen haben wir erstmal eine Zeit lang den Ausblick genossen und Mittag gegessen. Und es lag Schnee... Juhu :)

Wir haben un dann entschlossen von dort aus rüber zum "Mer de Glace", einem Gletscher, zu wandern. Der Weg war mit 2:15h angegeben und als "einfach" eingestuft. Nun ja, für Norddeutsche muss man das dann wohl etwas relativieren. Wir haben auf jeden Fall länger gebraucht und das Wandern war teilweise schon eher Klettern, schon ziemlich Grenzwertig. Die Aussicht war dafür aber wirklich toll und da es von 2300m auf etwa 1900m runter ging kam man auch über die Vegetationsgrenze und man hatte plötzlich wieder Bäume statt Geröll um sich herum. Nur die letzte halbe Stunde war etwas unangenehm weil es da wirklich links steil nach unten und rechts steil nach oben ging. Sehr mulmiges Gefühl.

Endlich angekommen war das dann auch ein wirkliches Erfolgserlebnis. Wir hatten aber nicht mehr wirklich viel Zeit um uns den Gletscher anzuschauen weil dann auch schon bald die letzte Zahnradbahn ins Tal fuhr (wir hatten ca. 30 Minuten länger als geplant gebraucht). Unten gabs dann noch ne heiße Schokolade als Belohnung und dann gings erschöpft zurück nach Genf.

Heute stand dann der obligatorische CERN Besuch auf dem Plan, mein Büro usw. hatten wir uns schon am Freitag angeschaut, also habe ich meine Eltern zuerst durch die Dauerausstellung für Besucher geführt, dort wird die Geschichte des CERNs und die wichtigen Entdeckungen die hier in den letzten 50 Jahren gemacht wurden vorgestellt. Am Nachmittag hat uns dann Michael netter weise durch ATLAS geführt, mein inzwischen dritter Besuch dort, aber einfach immer wieder überwältigend.

Heute Abend gabs dann nochmal französische Salami, Käse, Baguette und Rotwein. Morgen früh fahren meine Eltern wieder nach Hause und ich muss mich wohl erstmal von dem Wochenende erholen ;)

Mont Blanc bei Sonnenuntergang vom Col de la Faucille

Vereinte Nationen

Mont Blanc

Blick ins Tal

Wandern in den Alpen

ATLAS Besuch